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Wasserqualität Mühlbach (Wartau) (Gebiet Rheintal / Bodensee)

Der Mühlbach bei Wartau wurde 2002/2003 nur biologisch untersucht. Die wirbellosen Wassertiere und die Kieselalgen zeigten einen guten oder sehr guten Zustand an. Durch die ARA Wartau war nur eine geringfügige Beeinträchtigung feststellbar.

Am Mühlbach wurde 2005 erneut ein Hälterungsversuch mit Forellen durchgeführt. Der Versuch sollte zeigen, ob ein Zusammenhang mit dem seit mehreren Jahren regelmäßig im Herbst zu beobachtenden Bachforellensterben in Südbayern besteht.

Ein solches war am Mühlbach in einem Versuch 1999 ebenfalls aufgetreten. Im Versuch 2005 trat das Sterben jedoch nicht ein, und es wurden auch sonst keine Parallelen zu Untersuchungen in Bayern festgestellt.

Gesundheitszustand der Fische im Rheintal

Seit Ende den 1980er-Jahren nahmen die Bestände an Bachforellen im Mühlbach und im Werdenberger Binnenkanal kontinuierlich ab, und vor wenigen Jahren war die Fischart in diesen Gewässern praktisch nicht mehr vorhanden. 1999 führten das Amt für Umwelt und Energie (AFU) und das Amt für Natur, Jagd und Fischerei am Mühlbach bei Wartau einen Versuch mit in Trögen gehaltenen Bachforellen durch.

Die Tiere waren ungefiltertem bzw. gefiltertem Bachwasser ausgesetzt. Mitte September starben sämtliche Forellen innert weniger Tage. Die Ursache dafür konnte nicht ermittelt werden.

Im gleichen Jahr wurde man in Südbayern erstmals auf ein herbstliches Bachforellensterben aufmerksam. Dieses ließ sich in der Folge in umfangreichen Untersuchungen in verschiedenen voralpinen Flüssen Bayerns und in einer Versuchsanlage in Kempten jedes Jahr erneut beobachten, im Herbst 2006 zum siebten Mal in Folge.

Die vom bayrischen Landesamt für Umwelt untersuchten Fische zeigten Anzeichen einer Schädigung des Immunsystems und massive Veränderungen an den inneren Organen.

Herbstliches Forellensterben nicht nachgewiesen

Unter der Leitung des Projektes Fischnetz wurde in einem weiteren Versuch am Mühlbach bei Wartau von Mai bis November 2005 überprüft, ob in den Rheintaler Gewässern das gleiche Phänomen wie in Bayern besteht. Bachforellen und Regenbogenforellen wurden zu diesem Zweck in getrennte, mit Bachwasser gespiesene Behälter gesetzt.

Zu verschiedenen Zeitpunkten während der Versuchsdauer untersuchten Spezialisten des bayrischen Landesamts für Umwelt den Gesundheitszustand der Fische. Anders als im Jahr 1999 starb 2005 im beobachteten Zeitraum keine einzige Forelle; die Gewebeproben zeigten auch kaum Organveränderungen.

Ein Vergleich der Gewebeproben aus dem Versuch 1999 mit den Befunden aus Bayern hingegen ergab erstaunliche Parallelen, und es ist davon auszugehen, dass das Forellensterben im Versuch 1999 ähnlich Gründe hatte wie jenes in den bayrischen Gewässern.

Bachforellen wieder vermehrt vorhanden

Mit Kontrollabfischungen im Mühlbach stellte das Amt für Natur, Jagd und Fischerei 2006 erstmals fest, daß Bachforellen, die im Frühjahr als Brütlinge ausgesetzt wurden, auch nach der kritischen Zeit im Herbst im Gewässer wieder gefunden werden.

Der Anteil der Bachforellen am gesamten Forellenbestand lag bei etwa einem Drittel. In früheren Jahren waren im Mühlbach nur Regenbogenforellen zu finden. Auch im Werdenberger Binnenkanal konnten an verschiedenen Stellen wieder Bachforellen festgestellt werden.

Auch im Jahr 2007 wurde erneut eine Besatzaktion durchgeführt. Durch Befischungen im August und Oktober konnte gezeigt werden, daß diese Bachforellen die kritische Zeit im September überlebt haben.

Ein Virus als Ursache?

Untersuchungen des deutschen Bundesforschungsinstituts für Tierkrankheiten haben Hinweise auf eine virale Infektion als Ursache des Bachforellensterbens in bayrischen Flüssen ergeben. Viruserkrankungen bei Fischen sind für den Menschen ungefährlich, allerdings


(Mai 2008)

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