Hahnenwasser > Wassermeldungen > 06.VIII.2012 Hohre Kokainkonsum in Schweizer Wasser nachgewiesen

06.VIII.2012 Hohre Kokainkonsum in Schweizer Wasser nachgewiesen

Schweizer Städte nehmen beim Kokainkonsum im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz ein Rund 360 Kilogramm Kokain werden in Europa täglich konsumiert.

Das berichtet ein internationale Wissenschafter-Mannschaft mit Beteiligung des Wasserforschungsinstituts Eawag in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift «Science of the Total Environment». Die Forschenden untersuchten das Abwasser von rund 15 Millionen Personen in 19 europäischen Städten auf verschiedene Drogen. Vergleichbare Analysen in der Schweiz deuten auf einen im europäischen Vergleich erhöhten Kokainkonsum hierzulande hin.

Kokain gilt als Mode-Droge und ist in der Nachtlebenszene sowie als Aufputschmittel zur Leistungssteigerung. Um konsumierte Kokainmengen zu erheben, hat eine internationales Mannschaft von Wissenschaftern mit Beteiligung der Eawag (Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz) in 19 europäischen Großstädten Kokain und andere Drogen nach einem vereinheitlichten Vorgehen mittels Abwasseranalysen direkt nachgewiesen.

Während einer Woche maßen die Forscher die Konzentrationen der einzelnen Substanzen und schätzten daraus den effektiven Verbrauch. Christoph Ort von der Abteilung Siedlungswasserwirtschaft der Eawag und seine Mannschaft trugen maßgeblich zur Studiengestaltung und zur Qualitätssicherung bei, damit unterschiedliche Abwassersysteme verschiedenster Städte objektiv miteinander verglichen werden konnten.

Unter den untersuchten Städten stehen Antwerpen und Amsterdam beim Kokainkonsum an der Spitze. Pro Tag und 1000 Einwohner werden dort durchschnittlich mehr als 1,5 Gramm Kokain konsumiert. Im Mittelfeld liegen mit 0,5 bis 1 Gramm unter anderem Barcelona, London, Mailand und Paris.

In den skandinavischen Städten wie Stockholm, Oslo oder Helsinki ist der Verbrauch dagegen sehr gering und liegt unter 0,15 Gramm pro Tag und 1000 Einwohner. Eine Hochrechnung dieser Werte ergibt, daß in ganz Europa pro Tag total rund 360 Kilogramm Kokain konsumiert werden. Das entspricht etwa 10 bis 15 Prozent der vom Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung geschätzten globalen Kokainproduktion.

Hoher Konsum in Schweizer Städten

Bereits letztes Jahr veröffentlichten die Eawag und die Universität Bern eine Studie in der Fachzeitschrift Wasserforschung (Water Research) über Kokain im Abwasser der Städte Bern, Genf, Luzern und Zürich. «Die Kokainmengen im Abwasser lagen dort im gleichen Bereich wie bei jenen europäischen Städten mit dem höchsten Konsum», sagt Christoph Ort.



Dabei war die Belastung an Wochenenden und während bestimmter Anlässe wie der Zürcher Straßenparade (Street Parade) oder Musikfesten zwei- bis viermal so hoch wie an gewöhnlichen Wochentagen. Diese Resultate beruhen auf Messungen an einzelnen Tagen in 2009 und nicht wie bei den europäischen Städten auf Daten, die gleichzeitig über eine Woche ermittelt wurden.         Deshalb beteiligten sich die Schweizer Forscher in diesem Jahr an der nächsten internationalen Meßkampagne, bei der neben Basel, Bern, Genf, St. Gallen und Zürich viele weitere europäische und amerikanische Städte untersucht wurden. Die Eawag interessiert dabei besonders für die Datenqualität sowie das Vorkommen und Verhalten von Spurenstoffen wie beispielsweise Arzneimittel und Haushaltchemikalien im Abwasser. Daraus lassen sich neue Erkenntnisse gewinnen, um Mikroverunreinigungen in den Gewässern zu verringern.

02.IV.2009 - Wasserstoffperoxid in der Emme

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verursachte ein erwärmter Wasserstoffperoxyd-Tank in der Papierfabrik Utzenstorf AG einen Einsatz der Feuerwehr, berichtet die Kapo Bern.

Am Donnerstag, 2. April 2009, zwischen 0040 Uhr und 0130 Uhr, erwärmte sich ein Wasserstoffperoxyd-Tank in der Papierfabrik Utzenstorf AG aus noch unbekannter Ursache. Der Tank mußte durch die aufgebotene Feuerwehr „Untere Emme“ mit Wasser gekühlt werden.

Zusätzlich wurde der Tank mechanisch geflutet und das verdünnte Wasserstoffperoxyd über einen Abwasserkanal abgelassen.
 
Dabei gelangte stark verdünntes Wasserstoffperoxyd über den Kanal auch in die Emme. Zur Beurteilung der Lage wurde das Amt für Wasser und Abfall AWA des Kantons Bern beigezogen, dessen Experten nach bisherigen Erkenntnissen keine Gefährdung der Umwelt feststellen konnten.

Im Einsatz standen neben den 37 Angehörigen der Feuerwehr „Untere Emme“ auch acht Angehörige der Berufsfeuerwehr Bern. Was zur Erwärmung des Wasserstoffperoxyds geführt haben könnte, ist Gegenstand von Ermittlungen der Fachstelle Umweltkriminalität der Kantonspolizei Bern.

(Mehr zum Thema: Polizeimeldungen.ch)

 

Login Letzte Änderung:
March 19. 2017 01:13:24
Powered by CMSimple