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08.XI.2008 - Mit besserer Wasserverwaltung Konflikte vermeiden - Der Schweizer Einsatz in Zentralasien

Bern - Wie können die Wasserressourcen besser für die Entwicklung Zentralasiens genutzt werden? Gibt es Möglichkeiten, in Zukunft die Wasser- und Energieknappheit zu vermindern und entsprechende Konflikte zu lösen? Was tragen dazu DEZA und SECO in den Bereichen Trinkwasser, Engergie, Bewässerung und Wassermanagement bei? An der Jahreskonferenz der Schweizer Ostzusammenarbeit, die am 7. November 2008 in Solothurn stattfand, wurden diese Fragen von zentralasiatischen und internationalen Experten sowie den Bundesrätinnen Doris Leuthard und Micheline Calmy-Rey diskutiert.

Wasser ist eine Schlüsselressource im Entwicklungsprozeß. Besonders gilt dies für Zentralasien, wo Wasser zunehmend knapp wird. Erhöhtes Konfliktpotenzial, steigende Nahrungsmittelpreise und ökologische Krisen sind die Folgen. Wasser ist ein Schwerpunkt des gemeinsamen Engagements von SECO und DEZA in Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan. Eine nachhaltige und zugleich effizientere Wasserverwaltung ist für die Zukunft Zentralasiens entscheidend.

Bundesrätin Doris Leuthard betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass die Schweiz durch die Erfahrungen im eigenen Land viel Fachwissen anbieten könne, um Wasser- und Stromverluste zu reduzieren und gleichzeitig den Zugang für mehr Menschen zu ermöglichen. «Wir stehen deshalb mit unserem "Know-how" bereit, damit Wasser auch in der Region Zentralasien effizient, sinnvoll und nachhaltig zum Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner genutzt werden kann», sagte die Volkswirtschaftsministerin auf denglisch.

Effiziente Wasserverwaltung ist laut einem Bericht der Vereinten Nationen die wirksamste Maßnahme zur Entschärfung der Wasserknappheit und die beste Adaptationsstrategie an die Folgen des Klimawandels in Zentralasien. Das Schweizer Engagement im Wassersektor sei auch angesichts der Klimakrise wichtig, betonte Außenministerin Micheline Calmy-Rey: «Bilaterale Hilfe wird heute nicht mehr nur daran gemessen, ob sie vor Ort eine nachhaltige Wirkung erzielen kann, sondern auch inwiefern sie zur Lösung der drängenden Probleme und Herausforderungen der Menschheit beiträgt».

Daß Zentralasiens Stabilität auch für Europa bedeutsam sei, erklärte Johannes Linn, Exekutivdirektor am "Wolfensohn Center for Development", Washington D.C.: «Zentralasien ist eine wichtige Landbrücke für die wirtschaftliche Integration des eurasischen Kontinents. Eine friedliche Einigung unter den zentralasiatischen Ländern über die Nutzung der knapper werdenden Wasserressourcen ist wohl der wichtigste Faktor, Stabilität zu erreichen».

Eines der Hauptanliegen des Schweizer Beitrags zum Wassermanagement in Zentralasien ist der Einbezug der Endnutzer - denn erst durch partizipative Modelle wird eine effiziente und zugleich faire Wasserverteilung möglich. Omina Islamova, Leiterin des Schweizer Bewässerungsprogramms in Zentralasien, sagte deshalb: «Mit den Wassernutzerkomitees setzen wir auch Keimzellen der Demokratie».

Der jüngst veröffentlichte Wirkungsbericht attestiert den Wasserprojekten von DEZA und SECO generell eine große Wirksamkeit. Bei Bewässerungsprojekten entsteht im Empfängerland ein volkswirtschaftlicher und sozialer Nutzen von durchschnittlich drei Franken für jeden investierten Hilfsfranken. Bei Trinkwasserprojekten liegt der Nutzen pro investiertem Franken sogar bei mindestens fünf Franken. Im internationalen Vergleich schneidet die Schweiz damit sehr gut ab.

(Blaues-Gold.ch)

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March 19. 2017 01:13:24
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